Effektvolles Spektakel

Die prominent besetzte erste Jedermann-Inszenierung in Potsdam setzt auf schöne Oberflächen und lautstarke Effekte.

ASTRID PRIEBS-TRÖGER
Der „Jedermann“ von Hugo von Hoffmannsthal ist seit fast 100 Jahren in Wien – und bis 2014 auch in Berlin – ein Publikumsmagnet. Jetzt also auch in Potsdam. Am Freitagabend hatte das „Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ in der Nikolaikirche Premiere – sie war restlos ausverkauft. Vor dem protestantischen Gotteshaus herrschte beinahe Volksfestatmosphäre, nicht nur beim 200 Meter entfernten Oktoberfest im Lustgarten, sondern auch direkt vor der Kirche wurden Getränke und Currywurst feilgeboten und Gitarrenmusik erklang.

Alkoholselig

Nach dem Acht-Uhr-Glockengeläut ging es dann in der ersten Szene der Aufführung kräftig weiter mit dem Feiern. Eine Gruppe alkoholseliger Damen und Herren im Frack oder Anzug tanzte zu unheilvoll dräuenden Orgelklängen auf den Altarstufen, ließen einen Joint kreisen, schließlich Geldscheine regnen und zuletzt orgiastische Gesten folgen. Unter dem in die Apsis projizierten Sternenhimmel fielen danach alle ermattet um.

 

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